Bedürfnisse, Mittel, Muster ... und?

Mir fehlt gerade ein vierter Begriff. Wir haben Bedürfnisse (und Bedarfe), es gibt Mittel und es gibt Muster. Und dann gibt es da (mindestens) noch etwas Viertes.

Ein Mittel kann beispielsweise der konkrete Birnbaum in meinem Garten an den Koordinaten xy sein. Und dann gibt es da noch die Idee des Baums, das Concept. Und zwischen den beiden einen klaren Zusammenhang.

Ich kann mich nicht erinnern, für diese „Art von Mittel“ bei uns schon mal einen Begriff gelesen zu haben. Habe ich was übersehen? Welchen Begriff verwendet ihr dafür? In der Zwischenzeit werde ich vermutlich mal den englischen Begriff Concept nehmen.

In meiner (semantic Web) Welt: Klasse, mengentheoretisch verstanden, also zb die Klasse „Baum“ ist die Menge, die alle Bäume enthält. Im semantic Web ein Grundelement des Datenmodells und in Ontologien einer der wichtigsten Elemente. Für die Birnen könnte man zb. die Klasse Pear in Wikidata verwenden. (Birnbaum hab ich jetzt nicht gefunden)

Spannend, dass du das ansprichst und sich die Frage jetzt tatsächlich stellt. Ich denke das Problem ist dadurch entstanden, dass ich im Timeless Way das unzulässig und aus rein sprachlichen Gründen gekürzt habe und als Erklärung nur eine Endnote angehängt ist.

Ich zitier mich mal selbst (und Alexander):


“These patterns of events are always interlocked with certain geometric patterns in the space. Indeed, as we shall see, each building and each town is ultimately made out of these patterns in the space, and out of nothing else: they are the atoms and the molecules from which a building or a town is made.” (75)

Bei Alexander werden Muster von Ereignissen („ pattern of events “) ins Verhältnis mit dem sie umgebenden Mustern des Raums ( „patterns of space “) gesetzt – im Commoning dagegen die Mustern von Tätigkeiten ins Verhältnis mit den dafür angewandten und daraus hervorgehenden Mitteln [SWK i: Muster von Mitteln ] . Diese Mittel können dabei sowohl gegenständlicher, symbolischer oder sozialer Natur sein: Von den Wohnblöcken bis zum Acker, von den Büchern bis zu den Smartphones, von der parlamentarischen Demokratie bis zum Konsensverfahren.

Endnote: Softwarekonzept: In gewisser Weise sind es auch „Muster von Mitteln“, da nicht einzigartige Mittel gemeint sind, sondern solche, die tendenziell häufiger vorhanden und im Sinne ihrer Anwendung „gleich“ sind. Auf das „Muster“ bei den Mitteln wird fortlaufend verzichtet. Im Softwarekonzept wird näher darauf eingegangen.


Genauso wie es also konkrete Tätigkeiten und Tätigkeitsmuster gibt, gibt es daher konkrete Mittel und Muster von Mitteln (ein Begriff auf den ich schlicht den Text über keine Lust hatte… aber für die Ausarbeitung notwendig ist). Im letzten Teil der Textreihe (-> Musterdesign) will ich das näher bearbeiten. Wie das letztendlich sinnvoll funktionieren kann, weiß ich noch nicht; im Sinne von: damit habe ich mich noch nicht näher beschäftigt. Falls wir jetzt hier schon eine gute Antwort darauf finden, wäre ich sehr dankbar.

Es geht um den Unterschied zwischen „eine Lampe“ und „die Lampe“. Und wenn wir dann erfasst haben, dass es „einen Jaguar“ gibt, finden wir irgendwann heraus, dass wir dafür mindestens zwei Kategorien brauchen (ein Teil der Jaguare lebt im Zoo, der andere Teil hat vier Räder, …). Da hilft uns dann die Taxonomie.

Ich kann „Mittelmuster“ verwenden, befürchte aber, dass das selbst für Menschen, die nach und nach die Zusammenhänge zwischen Bedürfnissen, Bedarfen, Mitteln, Fähigkeiten, Tätigkeiten und Tätigkeitsmustern verstehen, der Begriff ein sperriger Fremdling bleibt. Vielleicht ist es gut, den Begriff erst mal zu verwenden (da sich bisher niemand für einen anderen ausgesprochen hat) und dann später zu schauen, ob wir nach außen überhaupt einen Begriff brauchen. Manche schwierigen Dinge können auch ohne Namen hinter einer guten Oberfläche verschwinden.