Zusammenfassung Softwarekonzept

In den Keimform-Kommentaren zum letzten Kapitel wurde danach gefragt und @HomoVitalis hat das Anliegen noch einmal zusätzlich angestoßen: Es braucht dringen eine Zusammenfassung, da es mittlerweile wirklich schwer ist, den Überblick zu behalten.

Selbstverständlich habe ich es nicht geschafft, mich auf zwei Seiten zu beschränken - ich kann das einfach nicht. Dafür würde ich jetzt die Kurzfassung von dir, @raffael, an den Anfang stellen (die wirklich wirklich fantastisch ist) und dann meine 3-4 Seiten da dran hängen. Könnt ihr mir mal eure Meinungen dazu sagen?

Rechtschreib- und Grammatikfehler gerne im Text einfach ausbessern und fett markieren. Ich trage das dann in meiner odf-Datei nach und entfette das dann hier. (Leerzeichenfehler kommen durch das Kopieren hierein - bitte nicht ankreiden) Und: Das Ende ist natürlich fürchterlich pathetisch - ich brauch das immer ein wenig, wenn ich zu lange so trockenes Zeug geschrieben habe. Einfach in einem Nebensatz ankreiden und ich hau das gerne wieder raus :slight_smile:


Zusammenfassung: Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning

Kurzfassung (von Raffael Wüthrich)

Die Software ist eine neuartige Möglichkeit, sämtliche Tätigkeiten, welche zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse notwendig sind, auf Augenhöhe zu vermitteln und somit sowohl für andere direkt da zu sein, als auch sich in komplexe Produktionsprozesse einzubringen. Sobald Bedürfnisse vermittelt wurden, wird automatisch das lokale Umfeld nach verfügbaren Mitteln (Werkzeugen, Maschinen, Arbeitsmaterialien, Räumlichkeiten, etc.) analysiert und Benutzern mögliche Tätigkeiten angeboten, denen diese sich den eigenen Fähigkeiten und Interessen nach zuordnen können. Diese Tätigkeiten selbst sind Erfahrungen anderer Beteiligter, die einmal vor demselben Problem standen. Die Software kann herausstellen, welche Tätigkeiten im jeweiligen Umfeld am effizientesten dazu beitragen, möglichst viele unterschiedliche Bedürfnisse mit möglichst geringem Aufwand zu befriedigen und diese Informationen den Benutzern zur Verfügung stellen.

Langfassung (von Marcus Meindel)

In Klammern verwiesen wird hier auf sich damit befassende Abschnitte im Grundlagenessay „The Timeless Way of Re-Production“, kurz: TW. Da der Text nicht in Buchform erschienen ist, wird auf keine Seite verwiesen, sondern auf die jeweils übergeordneten Alexander/Holzkamp-Abschnitte. Die konkrete Ausarbeitung der Software wird in der Textreihe „Ein Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning“ vorgenommen, wobei hier die jeweiligen Abschnitte eindeutig beschriftet sind und leicht zu finden sein sollten. Alle Texte sind hier gesammelt: meta.allmende.io/c/transcomm/theorie

Tätigkeit , wie der Begriff hier im Softwarekonzept verwendet wird, steht immer für eine zweckmäßige Handlung. Diese zweckmäßige Handlung hat ein Resultat und um dieses Resultat zu erreichen, werden Mittel verwendet. Die Tätigkeit hat also einen Bedarf . Die individuellen Fähigkeiten sind dabei begrenzt und nicht jedes Resultat kann durch die Tätigkeit einer einzelnen Person erreicht werden. Es entsteht damit die Notwendigkeit von Kooperation mit anderen Personen und diese Kooperation ist in verschiedenartige Strukturen eingebettet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ich meinen Platz in einer solchen Struktur einnehme. Eine verbreitete Möglichkeit: Ich „füge mich“ der Struktur. Mein Platz darin wird mir entweder direkt befohlen oder ich bewerbe mich für einen Arbeitsplatz. Innerhalb eines Unternehmens kann ich dabei nur Tätigkeiten nachgehen, für die ein solcher Arbeitsplatz frei wird und auch hier muss ich mich dem vorgegebenem Bedingungen weitgehend fügen. In einem solchen Lohnarbeitsverhältnis ist meine Tätigkeit nicht danach ausgerichtet, dort zu unterstützen, wo Hilfe gebraucht wird, sondern meine Tätigkeit in Kooperation mit anderen dient einem Unternehmen zur Geldvermehrung.

Eine andere Möglichkeit: Ich trete anderen wie mir auf Augenhöhe gegenüber, wir vermitteln uns gegenseitig unsere Bedürfnisse und gestalten die Struktur unserer Kooperation zum alleinigen Zweck, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Um diese Struktur zu erzeugen und zu erhalten, organisieren wir die Verwendung der verfügbaren Mittel und setzen uns sowohl Regeln, als auch Sanktionen, wenn gegen diese Regeln verstoßen wird. Ich beteilige mich somit an der Formgebung der Struktur selbst und nehme darin den Platz ein, der einerseits meinen Fähigkeiten und Interessen entspricht und den ich anderseits als notwendig erachte, für den Gesamtprozess der Befriedigung vermittelter Bedürfnisse. Diese Form der Organisation wird Commoning genannt und wurde insbesondere durch die Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom erforscht. Dem Commoning, wie sie es beschreibt, sind dabei Grenzen gesetzt: Es ist notwendig, dass konkrete Personen sich mit anderen konkreten Personen direkt auseinandersetzen. Mit der Software für ununterbrochenes Commoning wird versucht, mit diesen Grenzen zu brechen.

Im Softwarekonzept werden Tätigkeiten zuallererst isoliert betrachtet und als Tätigkeitsmuster beschrieben. Ein Tätigkeitsmuster ist dabei die Schritt-für-Schritt Beschreibung, wie eine bestimmte Tätigkeit durchgeführt werden muss und dieses Tätigkeitsmuster wird eingerahmt durch den zur Durchführung notwendigen Bedarf und das Resultat der Tätigkeit (TW: Alex. 160). Sowie die eine Tätigkeit auf der anderen aufbaut (der Weizen muss zu Mehl gemahlen werden, bevor es zu Brot gebacken werden kann), werden auch Tätigkeitsmuster auf Softwareebene in Beziehung zueinander gesetzt. Das geschieht, über die Verknüpfung des Resultates einer Tätigkeit mit einem Bedarf einer anderen Tätigkeit, wenn es sich hierbei um dasselbe Mittel handelt (TW: Alex. 186) . Also: Der Bedarf Mehl der Tätigkeit Brotbacken kann mit dem Resultat Mehl der Tätigkeit des Korn-mahlens verbunden werden. Da jede Tätigkeit mehr als einen Bedarf haben kann, tendenziell aber nur ein Resultat hat, können in Richtung des Bedarfes sich immer weiter verzweigende Anordnungen von Tätigkeitsmuster entstehen. Eine solche bestimmte Anordnung von Tätigkeitsmustern, die jeweils über Resultat und Bedarf verbunden sind, wird hier als Konfiguration bezeichnet (TW: Alex. 146) . Das „höchste“ Tätigkeitsmuster einer Konfiguration ist immer eine Tätigkeit, welche ein Bedürfnis direkt befriedigt oder Mittel zur Bedürfnisbefriedigung verfügbar macht. Von diesem Tätigkeitsmuster aus beginnt die Verzweigung der Struktur.

So gut wie jedes Resultat kann durch verschiedene Tätigkeiten hervorgebracht werden und jede Tätigkeit kann verschiedene Bedarfe haben. Das Mehl kann nicht nur durch die Tätigkeit des Korn-mahlens verfügbar gemacht werden, sondern auch über einen Transport, wenn es bereits an anderer Stelle verfügbar ist. Es gibt daher prinzipiell zahllos viele verschiedene Konfigurationen für jedes vermittelte Bedürfnis. Die Frage ist daher: Welche Konfiguration ist prinzipiell am sinnvollsten ? Und in der Konzeption der Software wird die Frage einfach beantwortet: Diejenige, welche am wenigsten aufwendig ist. Um den Aufwand von Konfigurationen herausstellen zu können, müssen die Tätigkeitsmuster mit dem Aufwand beschrieben werden, der im gesellschaftlichen Durchschnitt dafür benötigt wird. Die sinnvollste Konfiguration ist also die, bei der die Summe des Aufwandes der darin enthaltenen Tätigkeitsmuster am geringsten ist. Aber nicht jeder Tätigkeit kann überall nachgegangen werden: Dort, wo das Bedürfnis vermittelt wurde, kann der Bedarf der Tätigkeit nicht lokal verfügbar sein oder niemand kann oder möchte sich dort dieser Tätigkeit annehmen. Um also eine Konfiguration herauszustellen, die auch in der Praxis umgesetzt, sprich: realisiert , werden kann, braucht es einen Konfigurationsprozess . Im Konfigurationsprozess werden Tätigkeitsmuster nach und nach freigegeben , denen sich dann an dieser Organisationsform Beteiligte zuordnen können.

Bedingung für den Konfigurationsprozess ist der Zugriff der Software auf Datenbanken, in denen für den Prozess des Commonings verfügbare Mittel samt ihren Meta-Daten festgehalten sind. Diese Meta-Daten müssen dabei mindestens umfassen: Menge, Nutzungsbedingungen, Reservierungen, Zustand und besonders: Standort. Anhand dieser Informationen stellt die Software die Konfiguration heraus, die unabhängig vom Aspekt der menschlichen Zuordnung zu Tätigkeiten, am sinnvollsten wäre. Wenn ein bestimmtes Bedürfnis vermittelt wird, wird zuerst die Tätigkeit herausgesucht, welche des Bedürfnis mit dem geringsten Aufwand befriedigt. Dann wird die lokale Verfügbarkeit des Bedarfes dieser Tätigkeit überprüft. Für jeden Bedarf, der lokal nicht verfügbar ist, wird zuerst die Tätigkeit herausgestellt, welche diesen Bedarf mit den geringsten Aufwand deckt. Wieder wird überprüft, ob der Bedarf für diese Tätigkeit lokal verfügbar ist und wenn nicht, welche Tätigkeit diesen Bedarf mit dem geringsten Aufwand deckt und ob deren Bedarf lokal verfügbar ist usw. usf. Diese Abfragen werden für jeden einzelnen nicht-lokal-verfügbaren Bedarf getroffen und die Analyse einer bestimmten Konfiguration endet erst, wenn am Ende eines jeden Zweiges die Mittel zur Verfügung stehen, die zur Bedarfsdeckung der übergeordneten Tätigkeit notwendig sind. Diese bestimmten Konfigurationen, welche durch den Analyseprozess in unbestimmter Zahl entstehen können,werden ihrem Aufwand nach geordnet die „oberste“ Tätigkeit der spekulativ am wenigsten aufwendigsten Konfiguration – diejenige, welche das Bedürfnis befriedigt – ist die erste Tätigkeit, welche zur Selbstzuordnung freigegeben wird. Gibt es in einem bestimmten Zeitraum hierzu keine Selbstzuordnung , wird die oberste Tätigkeit der Konfiguration freigegeben, welche spekulativ den nächst-wenigsten Aufwand hat, aber nicht mit derselben Tätigkeit beginnt, welche bereits freigegeben wurde. Kommt es dagegen zu einer Selbstzuordnung, dann werden die Tätigkeitsmuster freigegeben, welche zur Bedarfsdeckung dieser Tätigkeit spekulativ den geringsten Aufwand nach sich ziehen und der Prozess wiederholt sich bis sich eine Konfiguration herausstellt, die realisiert werden kann, da sich jeden der darin enthaltenen Tätigkeitsmuster eine Person zugeordnet hat. Nach Abschluss des Konfigurationsprozesses wird die Konfiguration aktiviert und der Prozess zur Befriedigung des Bedürfnisses kann von der letzten Tätigkeit der Bedarfsdeckung aus beginnen. Über diese Tätigkeiten wird jeweils der Bedarf der anschließenden Tätigkeit gedeckt, bis das Bedürfnis schließlich befriedigt werden kann. (vgl. TW: Alex. 382ff).

Das klingt nach einer Menge Aufwand, nur um ein einzelnes Bedürfnis zu befriedigen. Das ist richtig und gleichzeitig auch nicht. Richtig ist: Im Commoning folgt der Prozess der Verfügbarmachung der Bedürfnisvermittlung – in der Regel ist es nicht, wie einer einer marktförmigen Organisation, dass spekulativ produziert wird und sich das Produkt dann am Markt gegen Geld angeeignet werden kann, sobald das Bedürfnis ansteht. Commoning hat hierbei den Vorteil, dass es keine strukturelle Überproduktion gibt und an-sich gute Produkte vernichtet werden, weil die Spekulation des Unternehmens nicht aufgegangen ist. Commoning, so wie es hier verwendet wird, hat damit aber den klaren Nachteil, dass der Prozess der Bedürfnisbefriedigung zeitaufwendig ist. Allerdings ist Commoning, bzw. ununterbrochenes Commoning , auch nicht so zeitaufwendig wie es nach der Einführung in den Konfigurationsprozess scheint. Hier wurde davon ausgegangen, dass keinen Tätigkeiten kontinuierlich nachgegangen wird (TW: Alex. 164) , dass keinerlei Strukturen bereits bestehen, die manuell angepasst werden können (TW: Alex. 480) , dass es keine in die Softwarevermittlung integrierten Zusammenschlüsse gibt (TW: Holzkamp 78ff) , keine Formen der Vorsorge (u.a. TW: Alex. 459) und es wurde auch noch nicht darauf eingegangen, dass Prozesse der Bedürfnisbefriedigung miteinander verschmelzen . Letzteres wird folgend noch eingeführt, die anderen Aspekte müssen sich – bei Interesse – über die ausgewiesenen Textstellen angeeignet werden

Eine „Verschmelzung“ von Konfigurationen geschieht, sobald in einem Konfigurationsprozess ein Tätigkeitsmuster freigeschalten wird, welches entweder bereits in einem anderen Konfigurationsprozess in lokaler Nähe ebenfalls freigeschalten wurde oder, welches bereits Teil einer aktivierten Konfiguration ist, aber hierin noch nicht durchgeführt wurde. Wenn sich zwei Konfigurationen über ein Tätigkeitsmuster verbinden (und hierüber schließlich verbunden bleiben) nimmt das Gewicht von sowohl dieser Tätigkeit zu, als auch das Gewicht einer jeden Tätigkeit, welche zu deren Bedarfsdeckung notwendig ist. Dieses Tätigkeitsgewicht ist damit ein Indiz, inwiefern die Ausführung der Tätigkeit zur generellen Bedürfnisbefriedigung beiträgt. Wie hoch dieses Gewicht ist, ist abhängig von dem Gewicht, das die Beteiligten den eigenen vermittelten Bedürfnissen zugeschrieben haben (Bedürfnisgewicht) , für deren Befriedigung diese Tätigkeiten notwendig sind. Zwischen dem Gewicht der Bedürfnisse von Beteiligten und dem Gewicht der Tätigkeiten, welchen diese sich zuordnen und abschließen, existiert dabei ein Zusammenhang. Es ist damit tendenziell von Vorteil, sich solchen Tätigkeiten zuzuordnen, welche die Befriedigung von Bedürfnissen möglichst vieler Menschen dienen, die einem selbst aber oft unbekannt sind.

Denn, und das ist wichtig, die Beteiligung am ununterbrochenem Commoning ist kein selbstloser Akt. Ununterbrochenes Commoning ist inklusiv, es ist grenzenlos kooperativ und es ist notwendig, die Bedürfnisse anderer in das eigene Handeln einzubeziehen. Aber: Es ist nicht selbstlos. Und nur hierdurch kann die Software für ununterbrochenes Commoning heute seine Wirkungskraft entfalten und daran teilhaben, die uns umgebenden Strukturen von Konkurrenz und Ausschluss nach und nach aufzulösen. Im Kleinen, um für unsere Nachbarn und unser Viertel da zu sein. Im Großen, für eine Gesellschaft, die aus dem Alltagsverstand erschlossen werden kann und in der, wie Brecht es formuliert hat, der Mensch dem Menschen ein Helfer ist.

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Zugehörige Grafik: Ist das zu unübersichtlich? Ich bin mir gerade nicht so richtig sicher. Aber ich meine auf Struktur-Ebene alles dargestellt zu haben, was es so darzustellen gibt.

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Ich mag deine letzten Absätze sehr. Und ich finde sie absolut notwendig! :slight_smile:

Das beruhigt mich, vielen Dank!

Ansonsten findest dus okay - auch so von der „Menge“ her? Die Hoffnung ist ja mal einen Text zu haben, der sich auch potentiellen Förderinstitutionen oder Kooperationspartner*innen schicken lässt.

Hammer! Das Bild gefällt mir richtig gut. Wenn ich zwei Herzchen verteilen könnte, hätte ichs getan. Machst du sowas selbst oder hast du dafür Helferlein? :slight_smile:

Tatsächlich kann ich mir gut vorstellen, mir das als Poster an die Wand zu hängen. Also nicht der Schönheit des Zimmers halber, sondern weil es wirklich bei der Arbeit am Projekt hilft. Und vielleicht auch um anderen Leuten zu zeigen, guck mal, daran arbeite ich.

Zum Text:

Irgendwo ab hier bis zum Ende des letzten Absatzes

fällt mir das Weiterlesen schwer. Es steckt unglaublich viel Information und neue Begriffe in wenig Text. Kannst du dir vorstellen, einige Details wegzulassen und die vier Absätze deutlich einzudampfen?

Ich bin da aber selbst auch unsicher, daher interessiert mich, was die anderen meinen. Vielleicht ist es gerade die Aufgabe des Textes, die Details noch einmal in Erinnerung zu rufen. Ja, vielleicht ist das die Frage: Sollen den Text Menschen lesen, die schon andere Texte kennen und sich nur noch mal schnell an die Details erinnern wollen? Oder soll er für Menschen sein, die zum ersten Mal mit dem Thema in Kontakt kommen? Für Erstere ist er richtig gut geeignet, die Zweiten dürfte er gnadenlos überfordern.

Ich stolpere über die negative Formulierung. Umgekehrt in der Art: Beschrieben wird die grundlegende Struktur. Um das Ganze in der Realität nutzbar zu machen, kommen noch Konzepte wie kontinuierliche … und … hinzu. (Ersetze gern durch deine Wortwahl)

Also erstmal: Vielen lieben Dank dafür! Ich habe mich wirklich sehr gefreut!

Die Grafiken mache ich selbst. Für das Softwareprojekt habe ich mir inkscape rudimentär beigebracht und ab und zu mal so eine Grafik zu malen ist eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Schreibprojekten. Ich bin auch sehr zufrieden gerade mit der Übersicht und ich glaube auch, dass sich die Software viel einfacher dadurch erklären lässt.

Ja… das stimmt halt echt. Es ist eine „technische Zusammenfassung“ und nicht wirklich geeignet für Leute, die nur halbwegs wissen wollen, was das ist. Ich habe ein wenig Angst, etwas anderes gerade nicht hinzubekommen, da ich einfach zu tief mit dem Kopf in den Strukturen stecke. Raffaels Einführung zum Beispiel, hätte ich im Leben nicht hingekriegt, aber finde sie sehr treffend.

Mal schauen, ob ich was hinkrieg. (Es darf sich aber natürlich auch gerne eingebracht werden, wer da Bock drauf hat)

:+1:

Hi,

schön, dass wir an einer Zusammenfassung arbeiten. Sie hat auch mir noch einmal geholfen und auch die System-Grafik finde ich ganz nützlich, selbst wenn sie recht vollgepackt ist. Sehr cool!

Allerdings muss ich bestätigen, was ihr oben ebenfalls schon resümiert habt: Das mag als Einstieg in die Funktion der SW ganz gut sein, allerdings ist es keine solche Zusammenfassung des Projektes, die ich mir wünschen würde, um damit Menschen auf selbiges aufmerksam zu machen und somit um ihre Mithilfe/Unterstützung zu bitten. Dabei geht es ja weniger um die Funktion als zunächst um die Vision!

Wie wäre denn als Grundlage dies hier und was haltet ihr davon das auszubauen, um daraus eine Projektmappe/Projektpräsentation zu bauen:

Aus den Arbeiten des Commons-Instituts entsteht gerade ein Softwarekonzept, welches die Vision verfolgt, das bisher größte vom Menschen geschaffene Netzwerk der Welt abzulösen: den Markt. Dabei setzt es auf das bisher zweitgrößte, inzwischen ebenfalls weltumspannende Netzwerk: das Internet.

Kernidee des Konzeptes ist dabei, die soziale und kooperative Praxis des Commoning als Alternative zum marktförmigen (Preis-)Handel auch zwischen Menschen zu ermöglichen, die sich nicht kennen - also zwischen konkreten Individuuen und einer abstrakten Allgemeinheit. Dies ermöglichte ganz praktisch eine rein kooperative Vernetzung von bereits solidarisch wirtschaftenden Insellösungen zu einem Großen Ganzen. Man könnte diese Idee auch so umreißen, dass eine äußerst moderne Form der „Planwirtschaft“ entstehen könnte, die man dann wohl besser Commons-Based-Peer-Production nennen sollte. Im Vergleich zur Idee aus vergangenen Jahrhunderten, besteht heutzutage die Möglichkeit, die Re*Produktion nach Bedürfnissen und Fähigkeiten, nicht mit Stift, Papier und „weiser Voraussicht“, an zentraler Stelle und von oben herab zu planen, sondern die zur Bedürfnisbefriedigung aller notwendige Koordinantion durch Informationenverabeitung quasi in Echtzeit, automatisiert aufbereitet und in verteilten (nicht nur dezentralen!) Strukturen auf Augenhöhe zu sammeln, bereitzustellen und letztlich sogar weltweit auszutauschen.

Das Projekt geht davon aus, dass unter zunehmender Einbettung und Nutzung eines solchen Werkzeugs in digitalen, sozialen Netzwerken sich die Rahmenbedingungen der involvierten Menschen verändern, die dann zunehmend jenseits von Konkurrenz, Wettbewerb, Profit und Wachstumszwang miteinander wirtschaften. Erst diese neue Form von „Freiheit in Bezogenheit“ ermöglicht und beschleunigt dann wirklich grundlegend nachhaltige Lösungen, die heutzutage noch jenseits des Machbaren erscheinen…

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Ich liebe das! Echt schön! Vielen Dank, dass du dich dem angenommen hast!

Was mir besonders gefällt ist die Einordnung der Software in die Arbeiten des Commons-Instituts und die Benennung als eine moderne Form der Planwirtschaft und wie gleich darauf der Begriff wieder aufgelöst wird. Dann zum Beispiel der Begriff der „verteilten (nicht nur dezentralen!) Struktur“ und die Formulierung, dass sich die Rahmenbedingungen der darin involvierten Personen zunehmend verändern. Und ganz allgemein daran: Die Ernsthaftigkeit und wirklich die große Vision. Ich finde das echt gut!

Ich bin noch sehr gespannt auf weitere Meinungen hierzu!

Wo ich noch ein wenig Verbesserungsbedarf an dieser Stelle sehe - auch wenn das nur Kleinigkeiten sind:

Das sehe ich als wichtigen Aspekt, klingt hier allerdings dann so, als würde es eben nur um die Vernetzung von diesen „solidarisch wirtschafenten Insellösungen“ gehen. Ich finde, der vorhergehende Apsekt, dass sich eben Individuuen genauso einbringen können, geht darin wieder unter.

Geiler Satz übrigens, nur um das mal hervorzuheben, aber ich weiß nicht, ob „Freiheit in Bezogenheit“ verstanden wird. Ich weiss es wirklich nicht. Lässt sich das vielleicht noch anders formulieren?

Und das Wort „quasi“ würde ich auch rausnehmen. Aber das war dann quasi schon meine ganze Kritik :slight_smile:

Ich fänds übrigens ziemlich cool, wenn wir als Einführung in das Softwareprojekt einfach mehrere Perspektiven nehmen. Also z.B. jetzt die Kurzfassung von Raffael, die Vision von Christian, die technische Zusammenfassung von mir und sehr gerne noch weitere. Dann hätten wir zumindest mal ein Dokument, bei dem nicht nur mein Name als Autor darüber steht, sondern eben zeigt, dass da mehr Leute dahinter stehen. Und jede Person hat vielleicht einen anderen Schwerpunkt bzw. eine andere Perspektive. Bisher finde ich zumindest, dass die drei Texte sich gut ergänzen und zumindest für einen vierten oder fünften wäre noch Platz.

Ich hab nochmal versucht, das von einer anderen Seite anzugehen und es schließlich mit deinem Text, @HomoVitalis, zu verknüpfen. (Nachtrag:) Mittlerweile fühlt es sich auch rund an. Über Meinungen und Verbesserungen bin ich dankbar.

Einführung (von Marcus Meindel und Christian Schorsch)

Das Softwarekonzept für ununterbrochenes Commoning entsteht im Rahmen der Arbeiten des Commons-Instituts und geht der Vision nach, das bisher größte vom Menschen geschaffene Netzwerk der Welt abzulösen: den Markt. Dabei setzt es auf das bisher zweitgrößte, inzwischen ebenfalls weltumspannende Netzwerk: das Internet.

Alle Dinge, die wir uns für Geld aneignen können, sind Teil des Marktes. Aber was ist mit den Dingen, bei denen das nicht möglich ist? Wenn etwas nicht käuflich ist, aber so verwendet werden darf, dass es zum größten Vorteil aller ist? Das ist ein Commons . Doch bei der Verwendung eines solchen Commons zeigen sich schnell Grenzen. Es muss darüber diskutiert werden, wie es zum größten Vorteil aller verwendet werden kann und schließlich müssen Absprachen zur Verwendung davon getroffen werden. Und diese Absprachen müssen allgemein einsichtig sein - es reicht nicht, wenn diese nur einigen Personen bekannt ist oder Informationen darüber schwierig zu finden sind. Und was, wenn es mehr solcher Dinge gibt, die zum größten Vorteil aller verwendet werden können? Wenn es nicht nur der ein oder andere Acker ist, sondern auch in Haushalten verteilte Gebrauchsgüter mit einschließt oder größere Maschinen und vielleicht ganze Fabriken? Dann braucht es ein Werkzeug, das Übersicht darüber schafft und durch das Internet ist ein solches Werkzeug erst denkbar geworden.

Die Software für ununterbrochenes Commoning ist ein solches Werkzeug. Durch die Software soll ersichtlich werden, was „zum größten Vorteil aller“ bedeutet. Welche Dinge dafür zur Verfügung stehen und welche Absprachen zu deren Verwendung bereits getroffen wurden. Es soll zeigen, welche Strukturen sich bereits gebildet haben, in denen Menschen sich anstehenden Bedürfnissen mit ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen annehmen und es soll möglich werden, dass diese Strukturen von allen daran beteiligten Personen mitbestimmt werden können. In Echtzeit werden darin sämtliche Informationen geteilt, die einander unbekannte Personen und Gruppen benötigen, um gemeinsam zu arbeiten und sich gegenseitig das bereitzustellen, was für die eigenen Tätigkeiten und für das eigene Leben benötigt wird. Eine zentrale Instanz, welche mit Stift, Papier und „weiser Voraussicht“ von oben herab plant, wird dabei überflüssig. Was wir suchen und als Projektteam konstruieren, ist eine Form der Selbstorganisation auf Augenhöhe, die unbegrenzt wachsen kann.

Freiheit wird heute durch den Markt stark eingeschränkt. Oft arbeiten wir nur, um unsere laufenden Kosten zu zahlen und die Arbeit wird bis zur Rente nicht weniger. Das liegt nicht daran, dass Arbeit zum Leben dazu gehört. Das mag so sein, aber mit all den technischen Errungenschaften, die wir über die Jahrhunderte hatten, sollte die Arbeit wenigstens deutlich weniger geworden sein. Das ist sie aber nicht. Das liegt daran, dass wir nicht gemeinsam arbeiten, sondern uns in Strukturen von Konkurrenz, Wettbewerb, Profit und Wachstumszwang bewegen. Über die Software versuchen wir jenseits von Markt und Staat eine neue Freiheit zu finden.

Die Software soll daher eine grundlegend nachhaltige Veränderung ermöglichen, die heutzutage noch jenseits des Machbaren erscheint.


edit (2): einmal neu durchstrukturiert

edit (3): … nochmal stark verändert - besonders jetzt die zweite Hälfte