Prototype Fund

Am liebsten würde ich diesen Beitrag jetzt irgendwie hier und in „Schatzsuche“ posten. Weiß jemand, was ich dafür tun müsste?

Jedenfalls ist hier der Text des Antrags aus dem März 2019:

Projekttitel: Vermittlungsplattform für Commons-basierte Peer-Produktion

Ordne das Projekt einem Bereich zu: Civic Tech

Bezieht sich Dein Projekt auf den Themenschwerpunkt der 5. Runde? ja

Beschreibe Dein Projekt kurz. Alle Menschen stehen in Beziehung miteinander – ob direkt oder indirekt. Einen Großteil dieser Beziehungen organisieren wir über Tausch und Geld. Aber immer mehr Menschen problematisieren diese Beziehungsform und argumentieren für Commons und Commoning als Grundlagen einer zukünftigen Gesellschaft. Dabei sind mit der Ausbreitung des Internets völlig neue Möglichkeiten für die Erprobung nachhaltiger Gesellschaftsformen entstanden. Mit einer Vermittlungsplattform für Commons-basierte Peer-Produktion möchten wir Menschen unterstützen, Re-/Produktionsprozesse ohne die Vermittlung über Geld zu organisieren und die verwendeten Mittel kollektiv zu verwalten. https://de.wikipedia.org/wiki/Commons

Welches gesellschaftliche Problem willst Du mit dem Projekt lösen? Unsere Gesellschaftsform lässt sich durch wenige grundlegende Konzepte wie Eigentum und Tausch charakterisieren. Der Tausch von Waren und Dienstleistungen über Geld führt zum Konkurrenzprinzip, und daraus entsteht wiederum der strukturelle Zwang, Geld stets vermehren zu müssen. Wir treten gegeneinander an, wir schließen einander aus. Dieser Umgang trägt zur Externalisierung von Produktionskosten und zur Ausbeutung von Mensch und Natur mit den bekannten Folgen wie Kriegen, Umweltzerstörung und Klimawandel bei. Wir sind überzeugt, dass die Plattform einen Beitrag zum Wandel leistet, zu einer menschlichen Bedürfnissen näherstehenden Produktionsweise, die planetare Grenzen berücksichtigt.

Wie willst Du Dein Projekt technisch umsetzen? Wir schaffen eine Infrastruktur, die es Menschen ermöglicht, zu Kooperationsprozessen beizutragen. Diese Prozesse dienen sowohl der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, als auch der Befriedigung der Bedürfnisse Anderer.

Im Prinzip sind alle wesentlichen Teile eines solchen Systems vorhanden, sie müssen nur geeignet miteinander verknüpft werden. Eine Gruppen-Plattform wie grouprise kann die Grundlage der Software bilden. Wissensdatenbanken wie Wikidata ermöglichen Unterstützung bei der Verknüpfung von Bedürfnissen mit Mitteln und Tätigkeiten zu ihrer Befriedigung. Mittel-Datenbanken entstehen momentan an vielen Orten und können über die Commons-Booking-API Daten austauschen.

Die über diese Infrastruktur ermöglichten Prozesse der direkten Bedürfnisbefriedigung finden selbstorganisiert und nicht über Geld oder Tausch vermittelt statt. Es nehmen Menschen daran teil, die sich nicht persönlich kennen.

Da jedes menschliche Bedürfnis auf verschiedene Arten gedeckt werden kann, entstehen viele mögliche Gesamtprozesse zu einer Bedürfnisbefriedigung. Die Software kann sinnvolle Gesamtzusammenhänge aus einer Kombination von Tätigkeiten und Mitteln vorschlagen, denen sich Benutzer*innen nach ihren eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten zuordnen können.

Welche ähnlichen Lösungen gibt es schon, und was wird dein Projekt anders bzw. besser machen? Es gibt bereits zahllose Möglichkeiten, wie Dinge etwa über das Internet geteilt und verliehen werden können, doch noch keine Möglichkeit, wie sich deren Herstellung auf Peer-Ebene organisieren lässt. Ecobasa ermöglicht beispielsweise einen Austausch auf Basis von Schenkökonomie, Bedürfnisse und Mittel können allerdings nicht zentral eingesehen und Produktionsprozesse nicht abgebildet werden.

Wer ist die Zielgruppe, und wie soll Dein Tool sie erreichen? Es gibt inzwischen viele Menschen, die für Gedanken an einen gesellschaftlichen Wandel sensibilisiert sind. Manche sind bereits mit der Idee des Commoning vertraut, andere suchen noch nach passenden Konzepten. Keimformen dieser Konzepte sind beispielsweise Solawis, Wohnprojekte oder Freie Lastenräder. Diese Zielgruppen sind online organisiert und daher anfangs leicht anzusprechen. Vorhandene funktionierende Strukturen machen die Plattform anschließend auch für die „breite Masse“ interessant, besonders für Menschen, die nach einer sinnvollen Tätigkeit suchen oder wenig Geld zur Verfügung haben. Soziale Netzwerke, Presse und „Mund-zu-Mund-Propaganda“ sind mögliche Verbreitungswege.

Hast Du schon an der Idee gearbeitet? Wenn ja, beschreibe kurz den aktuellen Stand und erkläre die Neuerung. Wir entwickeln augenblicklich die Feinheiten des Konzepts in einem Gitlab-Repository (siehe Link). Mit der Förderung wollen wir das Konzept in einem Prototypen umsetzen und ersten Nutzer*innen zur Verfügung stellen.

Link zum bestehenden Projekt (falls vorhanden):

Wie viele Stunden willst Du (bzw. will das Team) in den 6 Monaten Förderzeitraum an der Umsetzung arbeiten? 1000

Skizziere kurz die wichtigsten Meilensteine, die Du (bzw. das Team) im Förderzeitraum umsetzen willst.

  1. Implementierung der wesentlichen Datenstrukturen auf der Grundlage einer bestehenden Gruppen-Software im Backend (Ergänzung von grouprise um Bedürfnisse und Mittel, https://grouprise.org)

  2. Ermöglichung einfacher Bedürfnisbefriedigungsprozesse im Frontend (Darstellung von Bedürfnislisten, Zuordnung von Nutzer*innen und Mitteln zu Bedürfnissen)

  3. Anbindung der Mitteldatenbank an die Commons-Booking-API (https://github.com/wielebenwir/commons-api)

  4. Implementierung mehrstufiger Produktionsprozesse (Brot -> Mehl -> Getreide […])

  5. Anbindung der Bedürfnis-/Mitteldatenbank an eine Wissensdatenbank (bspw. https://www.wikidata.org)

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Was wurde denn eigentlich aus der Bewerbung für dieses Jahr?