Lizenzen

Wir erzeugen mehr und mehr Mittel. Texte, Bilder, Quelltext, …

Wollen wir diese mit Lizenzen versehen (oder als gemeinfrei markieren), damit andere Menschen sie verwenden können? Wenn ja, welche Lizenz für welches Mittel?

Wollen wir unter die Website oder ins Impressum eine Lizenz setzen?

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Ich bin sehr dafür. Auch eben eine sehr freie Lizenz, wie die von dir verlinkte.

Ich habe mich in der Vergangenheit schon etwas mit dem Thema Lizenzen beschäftigt und trage mal zusammen, was ich davon weiß und halte. Ich habe den Empfehlungen einen etwas allgemeinen Einführungstext vorangestellt, aber vielleicht steckt ja etwas Neues für euch drin. Wenn ihr nur wenig Zeit habt, dann reicht auch der Abschnitt Empfehlungen. Ich bin kein Jurist und freue mich über Korrekturen :slight_smile:

Home Sewing is Killing Fashion

(Homesewing.svg von Ogre lizenziert unter CC BY-SA 3.0, basierend auf dem Original von Bo.peterson)

Grundlegendes

Warum Lizenzen?

Wir müssen uns die Frage der Lizenz deswegen stellen, weil nicht-materielle Erzeugnisse des Menschen (Software, Daten, Texte, Bilder, Musik, Videos etc.; i. A. Wissen) in den meisten Ländern nicht ohne Weiteres von allen gleichermaßen verwendet werden dürfen, d. h. es gibt ein „geistiges Eigentum“. In der Regel werden die Autor*innen eines Werks systematisch bevorzugt: Das betrifft z. B. Veränderung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe. Dieser Zustand stellt für das Commoning eine juristische Hürde dar, die durch Lizenzen überwunden werden kann.

Was sind Lizenzen?

Eine Lizenz regelt die Verwendung eines Werks, für unsere Zwecke räumt sie den Empfänger*innen eines Werks weitreichende Rechte ein. In der Praxis handelt es sich um einen (meist englischen) Text, der erläutert, was mensch darf und was nicht. Da das Umsetzen einer Absicht in einen juristischen Text nicht ohne Tücken ist, sollte mensch im Allgemeinen auf vorformulierte Lizenztexte zurückgreifen. Zu diesen gibt es u. U. bereits Fachmeinungen und Gerichtsurteile, ihre Wirkung ist also besser abschätzbar. Manche werden zudem von NGOs weiterentwickelt, die den Lizenzen „juristische Rückendeckung“ geben.

Was sind Lizenzen nicht?

Die Verwendung von Lizenzen ist nicht ideal, weil die oben beschriebenen Hürden dadurch nicht abgeschafft werden. Insbesondere drückt die Verwendung von Lizenzen keinen Widerspruch zur bestehenden Rechtslage aus und trägt sie damit ein Stück weit. Lizenzen sind also ein Mittel zum Zweck, keine Lösung des dahinterliegenden Problems.

Die hier diskutierten Lizenzen sind zudem nicht oder nur bedingt dazu geeignet, andere Rechtshürden zu überwinden. Dazu gehören Patent-, Marken-, Persönlichkeits- und Datenschutzrechte. Ein Text kann beispielsweise unter einer freien Lizenz stehen und trotzdem einen patentierten Mechanismus beschreiben, für dessen Verwendung Lizenzgebühren gezahlt werden müssen.

Worin unterscheiden sich Lizenzen?

Eingeräumte Rechte

Offensichtlich können sich Lizenzen darin unterscheiden, welche Möglichkeiten der Verwendung erlaubt werden. Für den Zweck des Commoning soll natürlich möglichst viel erlaubt sein. Einer verbreiteten Definition folgend gehört dazu:

  • die Freiheit, ein Werk anzuwenden und sich an den genutzten Vorteilen zu erfreuen
  • die Freiheit, ein Werk zu studieren und das dadurch erlangte Wissen anzuwenden
  • die Freiheit, Kopien des Werkes anzufertigen und zu verbreiten, ob als Ganzes oder in Teilen des Informationsinhaltes oder der Idee
  • die Freiheit, Änderungen oder Verbesserungen vorzunehmen und abgeleitete Werke weiter zu verteilen

Einschränkung der Rechte

Gleichzeitig kann eine Lizenz Auflagen machen, unter welchen Voraussetzungen die Rechte eingeräumt werden und sie damit einschränken. Beispielhaft dafür sind:

  • Nennung von Autor*innen
  • Übertragung von Freiheiten (sog. Copyleft)
  • Schutz von Freiheiten (z. B. Erhältlichkeit des Quellmaterials, keine technischen Beschränkungen)

Die folgende Grafik erläutert die Übertragung von Freiheiten, das Copyleft:

(Darstellung aus Morin, Urban & Sliz, 2012)

Ein tolerant lizenziertes Werk (permissive) kann eingehegt werden (proprietary, unterste Zeile). Ein Werk unter Copyleft-Lizenz kann hingegen nicht mehr eingehegt werden (mittlere Zeile): Wenn Veränderungen enes Werks weiterverteilt werden, muss dies unter der gleichen Lizenz wie der ursprünglichen geschehen.

Weitere Unterschiede

Darüber hinaus unterscheiden sich Lizenzen noch hinsichtlich folgender Kriterien:

  • Werktyp: nicht jede Lizenz ist für jede Art von Werk geeignet, es gibt spezielle Lizenzen für Software, Texte, Kunstwerke, Schriftarten, Datenbanken usw.
  • Rechtsraum: manche Lizenzen sind für einen bestimmten Rechtsraum geschrieben
  • Kompatibilität: manche Lizenzen definieren andere Lizenzen als „kompatibel“
  • Positionierung zum Urheberrecht/Copyright: manche Lizenzen machen explizit, dass der Lizenzgeber Urheberrecht bzw. Copyright ablehnt

Wann ist die Verwendung von Lizenzen strittig?

Einsatzzweck

Teilweise umstritten ist, ob Lizenzen dafür genutzt werden sollten, Probleme anderer Domänen zu lösen: Kommerzialisierung, Militarisierung, Menschenrechtsverletzung, Klimawandel etc. Beispielsweise gibt es Lizenzen, die nur die nichtkommerzielle Nutzung eines Werks erlauben. Einige dem Commoning wohlgesonnene Akteure raten allerdings zur Vorsicht:

Bezeichnung

Daneben wird auch um die richtige Bezeichnung von „guten“ Lizenzen bzw. lizenzierten Werken gerungen. Folgende Begriffe stehen zur Debatte:

idealistisch pragmatisch
Software Freie Software Open Source
Weiteres Freie kulturelle Werke Open

(Darstellung nach Schnalke, 2014, lizenziert unter CC0 1.0)

Historisch ist der Begriff Open Source entstanden, um der ethisch aufgeladenen Position freier Software einen politisch neutraleren Begriff entgegenzusetzen. Mensch wollte vor allem die Effizienzsteigerung betonen, die sich durch das Teilen des Quelltextes ergibt. Die Free Software Foundation beschreibt nicht-freie (proprietäre) Software hingegen als gesellschaftliches Problem, weil sie Teilen und Kooperation verhindert. Es geht also bei freier Software vs. Open Source nicht um grundverschiedene Dinge, sondern um die Betonung einer anderen Motivation.

Empfehlungen

Wenn Autor*innen eines Werks den Empfänger*innen möglichst umfassende Freiheit zu dessen Verwendung geben möchten, bleibt eine Frage: Sollen die Empfänger*innen die Freiheit bekommen, anderen die Freiheit wieder zu nehmen? Konkret: Darf Wissen, wenn es einmal freigesetzt wurde, wieder eingehegt werden? Eine sog. Copyleft-Lizenz kann dies verhindern.

Meine Empfehlung für die Lizenzwahl ist, eine der beiden möglichen Extrempositionen anzunehmen: Entweder bestehende Rechtsmechanismen maximal nutzen, um zu verhinden, dass Wissen wieder eingehegt wird (a). Oder alle Rechte so vollständig wie möglich aufgeben und so versuchen, sich dem Spiel zu entziehen (b). Welchen Weg mensch geht, kann von dem Umfang des Werks und der Verbreitung ähnlicher Werke abhängig gemacht werden: Handelt es sich nur um kleine Notizen? Dann kann mensch sich dem Spiel auch entziehen (b). Oder gibt es mutmaßlich noch keine vergleichbaren Werke? Dann kommt dem neuen Werk besondere Bedeutung zu und es sollte entsprechend verteidigt werden (a).

Diese Empfehlungen zur Lizenzwahl betreffen nur neue Werke und nicht die Lizenz von Beiträgen zu bestehenden Werken.

(a) Einhegung von Wissen verhindern

Um die Einhegung von Wissen zu verhindern, ist eine Copyleft-Lizenz unumgänglich. Leider sind Copyleft-Lizenzen untereinander in der Regel inkompatibel, da sie ja gerade fordern, dass Veränderungen eines Werks unter der je eigenen Lizenz weitergegeben werden. Das ist immer dann ein Problem, wenn ein Werk – wie bei Software – stetig verändert wird, oder – wie bei Kunst – ständig neu zusammengestellt wird. Daher ist bei der Entscheidung auch zu berücksichtigen, ob eine Copyleft-Lizenz für einen bestimmten Werktyp schon im besonderen Maß verbreitet ist.

Software (und Werke, für die es eine bevorzugte Form der Bearbeitung gibt)

Für Software empfiehlt sich die Verwendung der GNU Affero General Public License (AGPL, Version 3 oder neuer). Sie eignet sich allerdings nicht nur für Software, sondern für alle möglichen Werke, für die es eine bevorzugte Form der Bearbeitung gibt. Bei Software ist diese bevorzugte Form der Bearbeitung der Quelltext (und nicht die ausführbaren Binärdateien), bei Dokumenten kann es z. B. eine LibreOffice-Datei (und nicht die daraus erzeugte PDF-Datei) sein.

AGPLv3

Die AGPL hat ihren Ursprung bei der Free Software Foundation, die einige juristische Erfahrung sowohl beim Verfassen, als auch beim Verteidigen von Lizenzen hat. Diese Lizenz ist vereinbar mit der GNU General Public License (GPL), was als notwendige Voraussetzung für Software-Lizenzen gilt. Von diesen ist sie die momentan stärkste Copyleft-Lizenz, um eine erneute Einhegung zu verhindern, insbesondere was Software betrifft, die über das Internet genutzt wird.

Sie enthält eine Klausel, die Patentansprüche der Autor*innen derart berücksichtigt, dass diese nicht gegen Empfänger*innen des Werks geltend gemacht werden können. Im Vergleich zur Apache License 2.0, die keine Copyleft-Lizenz ist, enthält sie keinen expliziten Ausschluss von Markenrechten und leider auch keinen expliziten Absatz zur Lizenz von Beiträgen zum Ursprungswerk.

Besonders bei den Lizenzen der Free Software Foundation ist darauf zu achten, dass mensch nicht nur die Versionsnummer der Lizenz angibt, sondern auch dazu schreibt, ob das Werk nur unter genau dieser Version oder auch unter einer späteren Version verwendet werden darf. In diesem Fall ist empfehlenswert, auch alle späteren Versionen der AGPL zu erlauben, um von möglichen Aktualisierungen der Lizenz profitieren zu können.

Text, Bild, Audio, Video, Daten(-banken)

Für Inhalte im Text-, Bild-, Audio- und Videoformat sowie für Datenbanken empfiehlt sich die Verwendung der Creative Commons-Lizenz Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0 oder neuer).

CC BY-SA

Creative Commons ist ebenfalls eine amerikanische NGO, die auch umfassende Hilfeseiten sowie ein Wiki zur Verwendung bereitstellt. Es handelt sich bei der gewählten Lizenz um eine Free Culture License, außerdem ist sie einseitig kompatibel zur GPLv3, die wiederum kompatibel zur AGPLv3 ist.

Die Lizenz verbietet explizit technische Einschränkungen, die die Verwendung eines Werks wieder einschränken (wie z. B. Kopierschutzmechanismen). Größte Schwäche ist, dass sie keine Klausel bzgl. der Form, in der ein Werk verteilt wird, enthält. Deswegen sollte sie unter keinen Umständen für Software verwendet werden. Wenn es für ein Werk eine klar bevorzugte Form der Bearbeitung gibt, kann stattdessen die AGPL (siehe oben) verwendet werden. Die CC BY-SA 4.0 enthält weiterhin leider keine Klausel bzgl. möglicher Patentansprüche der Autor*innen.

(b) Sich dem Spiel entziehen

Für jede Art von Werk ist die Verwendung der CC0 1.0 empfohlen.

Sie enthält eine Fallback-Lizenz für Rechtsräume, in denen mensch Werke nicht der Public Domain übergeben kann (z. B. Deutschland) und ist ebenfalls von Creative Commons. Anderen Lizenzen mit ähnlicher Intention (Do What The Fuck You Want To Public License, Unlicense) fehlt dies. Als Schwäche wird ihr allerdings die explizite Nicht-Gewährung von Patentrechten ausgelegt, während sich manche andere Lizenzen dazu ausschweigen.

Anwendung

Ein eigenes Werk unter einer freien Lizenz zu lizenzieren ist recht einfach, mensch schreibt es nämlich einfach dazu. Also z. B.

Dieses Werk ist lizenziert unter CC BY-SA 4.0 (oder neuer).

Dazu kann mensch, wie hier geschehen, eine bildliche Darstellung der Lizenz einfügen. Dabei nicht vergessen:

  • eine Lizenzversion angeben
  • ggf. auch neuere Versionen der Lizenz erlauben
  • einen Link zur Lizenz einfügen, wenn das Medium es zulässt

Eine „Registrierung“ bei irgendeiner Stelle ist nicht nötig. Die Lizenzierung ist rechtlich gesehen unwiderruflich, kann also nicht zurückgenommen werden. Keine der hier empfohlenen Lizenzen hindert Autor*innen daran, das Werk nur gegen Geld abzugeben. Wenn mensch möchte, kann mensch auch auf die Autor*innen-Nennung verzichten. Aufpassen muss mensch, wenn das Werk im Rahmen eines Arbeitsvertrages entstanden ist, denn dann hat mensch möglicherweise gar nicht das Recht, das Werk unter eine freie Lizenz zu stellen.

Eine zusätzliche Möglichkeit ist, die Lizenzangabe auch maschinenlesbar zu gestalten. Das geht für HTML ganz einfach mittels rel="license":

Dieses Werk ist lizenziert unter
<a rel="license"
  href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>
(oder neuer).
Erweitertes HTML-Beispiel

Creative Commons beschreibt genauer, wie mensch Lizenzangaben mittels RDFa umsetzt:

<p>
    <a
      href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de"><img
          alt="Creative Commons"
          style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;"
          src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/cc.svg" /><img
          alt="Attribution"
          style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;"
          src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/by.svg" /><img
          alt="ShareAlike"
          style="height:22px!important;margin-left:3px;vertical-align:text-bottom;"
          src="https://mirrors.creativecommons.org/presskit/icons/sa.svg" /></a>
</p>
<p
  xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/"
  xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#"
  property="dct:RightsStatement">
    <a
      rel="cc:attributionURL"
      href="http://work.url/"
      property="dct:title">Titel</a>
    von
    <a
      rel="cc:attributionURL dct:creator dct:rightsHolder"
      href="http://author.url/"
      property="cc:attributionName">Autor</a>
    ist lizenziert unter
    <a
      rel="license noreferrer"
      href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de"
      >CC&nbsp;BY-SA&nbsp;4.0</a>
    (oder neuer).
</p>
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@florian: Vielen Dank erstmal für den Beitrag! Das kann uns wirklich helfen.

Wenn du dich so für das Lizenz-Spektrum interessierst, gibt es noch die ganz große offene Aufgabe um die ‚Lizensierung von gesellschaftlichen Mitteln/Gemeingut‘, damit bei deren Verwendung im Commoning das Resultat dieser Tätigkeiten mindestens die Freiheiten erhält, welche die im Prozess verwendeten Mittel hatten. Wir haben die Diskussion hier angefangen und dann gibt es auf dem Mattermost des CIs noch den Kanal „Commons und Recht“ dazu.

Diese Geschichte, wie sich etwa CC-Lizenzen auf materiella Güter anwenden lassen hat eine sehr starke juristische Komponente (wie lässt sich das in einem bürgerlichen Staat umsetzen?), aber davor muss überhaupt ausgearbeitet werden, welche Kategorien hierbei überhaupt sinnvollen wären - also aus welchen Bestandteilen sich so eine ‚Lizenz‘ (ich glaube, das ist dann das falsche Wort) sich zusammensetzen könnte. Das ist für unser Softwareprojekt sehr relevant, aber auch für das Commoning an sich, also unabhängig davon.

Aber: Das wäre ein Mammut-Projekt und nichts, das sich in drei-vier Wochen erschließt. Aber in der Zeit wäre es vielleicht denkbar, das überhaupt voran zu bringen - weit sind wir da noch nicht gekommen. Und: Es betrifft viele Leute aus dem CI (Johann, Christian Schorsch, Silke, etc) und da du dich eh grad gut vernetzt, gefällt dir das vielleicht.

Aber wie gesagt: Nur ein Vorschlag. Muss man wirklich Bock drauf haben und es gibt noch nichtmal Ansprechpartner:innen, die dich groß unterstützen können.

Mhm, das ist definitiv eine Baustelle, sehe ich auch so. Gleichzeitig geht das definitiv über meine Kenntnisse hinaus. Zu Lizenzen gibt es schon sehr viel laienverständliche Literatur, die es mir viel leichter gemacht hat, auch ohne die juristische Vorbildung schnell Ahnung davon zu bekommen.

Ich habe mal angefangen, Vereins-Satzungen zu sammeln, um „best practices“ zu identifizieren, aber daraus wurde nie mehr…

Genau, die juristische Geschichte würde ich dir auch nicht nahelegen, sondern nur eben vll Kategorien auszudifferenzieren, welche bei materiellen Dingen notwendig wäre. Also: Ist BY eine sinnvolle Kategorie für materielle Güter - dass also in den Meta-Daten immer steht, wer sie verfügbar gemacht hat? Ist SA (share-alike) eine sinnvolle Kategorie für materielle Güter oder müsste das - da es sich ja nicht unbegrenzt teilen lässt - weiter ausdifferenziert werden.

Ich würde mal ein Beispiel machen, um konkret zu werden: Ich habe ja hier eine wunderbare Hausgemeinschaft aus vielleicht 12 aktiven Leuten und wir machen oft was zusammen. Ich könnte mir jetzt vorstellen, dass uns geholfen ist, wenn wir einen Rasenmäher zusammen hätten, um unseren Hinterhof pflegen zu können. Dann sehe ich, dass es irgendwo einen defekten Rasenmäher in einer Form von Gemeingut gibt (auf den gerade niemand Anspruch erhebt), hole ihn mir und reparier ihn mühselig übers Wochenende. Dann mäht damit einmal jemand den Rasen, wir freuen uns alle so ein bisschen und gut ist.

Jetzt haben wir den Rasenmäher und der Rasenmäher ist eine Form von Gemeingut. Irgendwo 10km weiter will jetzt auch jemand seinen Rasen mähen, sieht, dass bei uns im Hof einer ist und gerade nicht verwendet wird, ordnet sich diesen Rasenmäher zu, holt ihn ab, mäht seinen Rasen und lässt ihn dort stehen. Und dann will ich wieder rasenmähen, merke natürlich, dass der Rasenmäher jetzt 10km weg ist und sich vielleicht für die nächsten 4 Wochen schon Leute angemeldet haben, die ihn pausenlos brauchen. Und ich denke mir: „Was für’n scheiß. Voll schön für die Leute, aber meine Handlungsfreiheit, die ich mir durch die Reparatur erhofft habe, ist jetzt flöten gegangen. Und weil das genauso wieder passieren kann, wenn ich den nächsten Rasenmäher repariere, hab ich da gerade gar kein Bock mehr drauf.“

Also die Frage ist: Welche Kategorien helfen dabei, dass ich zufrieden bin, aber genauso andere von der Verwendung nicht ausgeschlossen werden? Sinnvoll könnte z.B. sein, dass der Rasenmäher nur in einen bestimmten Umkreis verwendet werden darf und zurückgebracht werden muss - und, dass dieses Vorrecht zeitlich verfällt. Und inwiefern werden die Bedingungen dann an die Mittel vererbt, welche durch die Verwendung dieses Rasenmähers instand gehalten werden. Sollen dann wirklich Bedingungen übertragen werden oder kann es sein, dass der Rasenmäher „zu unwesentlich“ ist?

Das sind ja alles erstmal Fragen (insofern ich das verständlich ausgedrückt habe), die außerhalb der juristischen Rechtsform laufen und ganz allgemein heißen: Was bedeutet copyleft bei materiellen Gütern und wie können Bedürfnisse damit gewahrt werden?

Aber wie gesagt: Muss man Bock drauf haben. Aber persönlich finde ich das Thema recht spannend, wie so eine Lizenz dann aussehen würde (statt z.B. BY-SA-NC) und wie sich das auf das Resultat der Tätigkeiten überträgt.

PS: ich verschiebe die Beiträge nach der Diskussion in den richtigen Thread. Hier sind sie ja eigentlich falsch.